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Branchenweite Trainings zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht im Tourismus

Insgesamt zehn große, mittlere und kleine Tourismusunternehmen sowie fünf Verbände und zivilgesellschaftliche Organisationen haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam Online-Trainings zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in der touristischen Wertschöpfungskette zu entwickeln.

Projektziele

  1. Gemeinsame Entwicklung eines bedarfsorientierten Online-Trainings für direkte Partner in den Destinationen
  2. Durchführung einer Testphase mit lokalen Partnern, um konkrete Empfehlungen zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Trainings zu erhalten.
  3. Breite Anwendung der entwickelten Trainingsangebote bei relevanten Stakeholdern in Tourismusdestinationen.

Hintergrund und Problemdarstellung

Laut dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) leben Millionen Menschen weltweit in Not, weil soziale Mindeststandards wie das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit oder Umweltschutzaspekte missachtet werden. Die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte (UNGPs) sind das maßgebliche globale Rahmenwerk für die Verhinderung und Bewältigung negativer Auswirkungen von Unternehmen auf die Menschenrechte und stellen ein grundlegendes Instrument zur Bewältigung dieser großen kollektiven Herausforderungen dar.

Menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in der Tourismusbranche

Der Tourismus ist in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern ein Schlüsselfaktor und kann Arbeitsplätze schaffen und lokale Wirtschaftskreisläufe stärken. Er kann zudem zum Erhalt von Natur und Kultur beitragen und Ungleichheiten reduzieren. Aus diesem Grund brauchen Tourismusunternehmen Sorgfaltsstrategien, um durch ihr wirtschaftliches Handeln Menschenrechte zu fördern und Menschenrechtsverletzungen zu vermeiden.

 

Das im Januar 2023 von der Bundesregierung verabschiedete Lieferkettensorgfaltspflichten- gesetz (LkSG) sowie die geplante Europäische Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) verpflichten zunächst die großen Unternehmen. Die Reisebranche besteht weit überwiegend aus kleinen und mittelständischen Unternehmen. Auch diese werden im Rahmen des Projektes darin bestärkt, Verantwortung zu übernehmen und konkrete Maßnahmen umzusetzen.

Tourismusunternehmen und Verbände bündeln Kräfte

Ziel der am Projekt beteiligten Tourismusunternehmen DER Touristik, FTI Group, TUI Group, TUI Cruises, Booking.com, Gebeco, Chamäleon, Studiosus Reisen, Hauser Exkursionen und FairAway Travel, ist es, eine breite Akzeptanz und Nutzung dieser Trainings zu gewährleisten. Aus diesem Grund sollen die entwickelten Trainings gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern in den Destinationen vorab auf praktische Anwendbarkeit getestet und weiterentwickelt werden. Unterstützt werden sie dabei vom Verband für nachhaltigenTourismus forum anders reisen, dem Deutschen Reiseverband (DRV) und ECPAT Deutschland, der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung.

 

Die Trainings werden der Branche kostenlos auf atingi.org, der digitalen Lernplattform des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), zur Verfügung stehen und ermöglichen so den lokalen Partnerinnen und Partner der Reiseunternehmen einen Einstieg in die Thematik der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht.

Das Vorhaben wird unter dem Dach des Branchendialogs Tourismus für nachhaltige Entwicklung umgesetzt. Das Projekt wird jeweils zur Hälfte aus Eigenmitteln der Tourismusunternehmen sowie durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Unternehmen, die Interesse an einer aktiven Mitarbeit haben, sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Für weitere Info steht Futouris zur Verfügung.

Projektaktivitäten

Folgende Aktivitäten sind geplant

  • Grundlagenrecherche und Zusammenstellung verfügbarer Trainingsmaterialien zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in der Lieferkette (Tourismusbranche / andere Branchen).
  • Entwicklung von webbasierten Trainingsmodulen in 3 Sprachen (Basismodule) bzw. 2 Sprachen (Tiefentrainings).
  • Entwicklung von Indikatoren und Fragebögen, um Nutzung und Erfolg der Trainingskurse zu überwachen.
  • Durchführung einer Testphase für die entwickelten Trainingsformate mit lokalen Partnern.
  • Entwicklung von Kommunikationsmaterialien zu den entwickelten Trainingsangeboten zur Anwendung in der Branche.

Projektsteckbrief

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